Überwältigt von der Resonanz zeigte sich die Organisatorin Andrea Schulte-Krauss: Hatten sich doch rund 60 Personen zur Informationsveranstaltung der Landtagskandidatin und ihres Podiums aus Spezialisten eingefunden.

„Der Anlass war eigentlich ein ärgerlicher“ so Schulte-Krauss “ Im Wirtschaftsausschuss der Landtags war eine Antrag des CSU Abgeordneten Benjamin Miskowitsch eingegangen, der Bund möge das Tanklagergelände zurück kaufen. Ein echter Schaufensterantrag.“

Über generelle Verkaufsabsichten ist nicht einmal der Gemeinde Krailling etwas bekannt und ob es für die Region mit dem Bund als Verhandlungspartner leichter ist, ihre Interessen zu wahren ist fraglich. Besonders apart findet Schulte-Krauss, dass just diese CSU, die jetzt auf Rückkauf drängt den Wirtschaftsminister stellte, als das Gelände privatisiert wurde.

Die genaueren Zusammenhänge hierzu stellte als Vertreter im Wirtschaftsausschuss Benjamin Adjei, Landtagsabgeordneter der Grünen, dar. Zunächst kam dieser Antrag nicht von der Fraktion, sondern vom Stimmkreisabgeordneten Fürstenfeldbruck-Ost, was ein beliebtes Wahlkampfmittel ist und auch als  Zeichen gewertet werden kann, dass selbst die eigene Fraktion diesen Antrag als Nebenkerze sieht. Alleine die Verwendbarkeit der unterirdischen Tanks für Wasserstoff ist in keiner Weise gesichert, viel mehr werde damit am fossilen Zeitalter festgehalten und das ist alles andere als zukunftsorientiert. Darüber hinaus, und da sind sich die Diskutierenden einig: wenn es der Landesregierung ernst sei mit dem Schutz der Region, könnte auch der Freistaat als Käufer eintreten. Hier könnten jedoch widerstrebende Interessen, ebenso wie bei der Unterstützung des Antrags, ein Problem darstellen: Der Freistaat und der Bund sind in massivem Verzug, was den Brenner Nordzulauf zum Brenner Basistunnel betrifft. Die Bündnispartner Österreich/ Schweiz/ Italien sind da schon viel, viel weiter und nun ist Deutschland im Zugzwang. Doch auch dieses Versäumnisse dürfen nicht zu einem ungeeigneten Standort und über gebührlichen Lasten von Flora, Fauna und natürlich auch Menschen gehen.

Gegen den Standort sprechen, so erläuterten Werner Engl, Gemeinderat in Krailling und Mitglied des Grünzug Netzwerk e.V. ebenso wie Günter Schorn vom Bund Naturschutz, schon die Schienenverbindungen. Die geben eine solche Mehrbelastung einfach nicht her. Das bedürfte massiver Investitionen und würde trotzdem den ohnehin schon fragilen Fahrplan von Regional- und Nahverkehr gefährden. Dies  bekräftigten auch Joachim Bender aus Gräfelfing, der den dritten Bürgermeister Martin Feldner vertrat, und Herbert Stepp aus Planegg. Denn auch für Gräfelfing könnten damit längst begrabene Pläne einer Bahnunterführung für den Kraftverkehr wieder aufs Tapet kommen.

Diese Überlegungen, zusammen mit den erneut laut werdenden Forderungen nach einem Ringschluss bei der A99 führt, wie Schulte-Krauss zusammenfasst, am Ende eben nicht zu einer Verlagerung von der Straße auf die Schiene, sondern zu noch mehr Straßenbau mit all seinen negativen Folgen.

Insofern sollten doch zunächst alle Möglichkeiten und auch die finale Trassenführung auf den Tisch gelegt werden um dann sinnvoll und zielgerichtet entscheiden zu können.

Da leider die Informationslage seitens der Kommunen und des Landes sehr mager ist, habe ich hier einmal ein paar Dokumente hinterlegt:

Kurze Zusammenfassung der Historie des Tanklagers/ Pioniergeländes (aus einem GR-Antrag zur Unterschutzstellung)

FNP Pioniergelände von 1996 mit geplanten Naturschutzgebieten

Lageplan der Tanks

Stellungnahme der Regierung von Oberbayern zur Änderung des FNP „Tanklager“ vom 20.02.2011

Antrag Bund Naturschutz zur Unterschutzstellung des Pioniergeländes 2011

Niederschrift der öffentlichen Sitzung des Umweltausschuss  vom 07.07.2021

Anfrage der Grünen im Kreistag  vom 28.02.2023 mit Protokoll der Begehung des Tanklagergeländes vom 27.09.2022

Bericht im MM 19.05.2023

Ein großer Tag, auch in Krailling, wo Ludwig Hartmann mit Eltern und Betreiber*innen von Kinderbetreuungsstätten diskutierte und Ihre Anregungen mit in den Landtag nimmt.

Wir freuen uns über ein offenes Ohr und sind uns natürlich gewahr, dass niemand einfach so Betreuungsplätze aus dem Ärmel schütteln kann.

Aber ein bisschen was hat es ja schon gebracht: Der Bürgermeister und das Rathaus werden aktiv! Hoffenlich erfolgreich!

Das Interview dazu gibt es bei Unser Würmtal

 

In fast jeder Sitzung des Kreistags wird über die Herausnahme von Gebieten aus dem Landschaftsschutzgebiet beschlossen.

Wenn ich mich die Begründungen der letzten Jahre anschaue, müsste der Kreis Starnberg Vorreiter in Sachen Bildung, Inklusion und sozialem Wohnungsbau sein.  Wenn es um die Herausnahme aus dem LSG geht um dort Bauprojekte zu realisieren geht es natürlich nie um den schnöden Mamon, es geht immer um soziale Anliegen.

Und natürlich bin ich, wenn ich dagegen stimme, unsozial.

Dann schauen wir uns doch mal an, wann ich dagegen bin.

In Krailling wollte ich nicht, dass eine Seniorenresidenz/ ein Projekt Betreutes Wohnen in den Bannwald gebaut wird.

Für den Standort wurde aufgeführt, dass Synergien mit dem Caritas Altenheim bestünden.

Daraufhin fragte ich, ob man nicht das Bestandsgebäude erweitern könnte. Dann hätte man diese Synergien.

Das geht nicht, weil die Bewohner*innen der Residenz nicht die Bewohner*innen des Altenheims sehen wollen. Nunja. Aber zu den Synergien hätte auch die gemeinsame Nutzung des Speisesaals gehört. Ist dann wohl was anderes.

Meine Argumente dagegen waren zuvorderst die abgelegene Lage, die die Bewohner*innen vom sozialen Leben abschneidet und die nicht besonders günstigen Preise. Also soziale Zwecke waren damit vom Tisch.

Also hätten wir hochpreisige Wohnungen im Wald.

Und dafür, jetzt kommt der Naturschutz, dafür geb‘ ich kein Landschaftsschutzgebiet her.

Und am Montag ging es um eine Erweiterung der IWL-Werkstätten in Machtlfing. Inklusion ist wichtig und für ein gutes inklusives Projekt bin ich gerne bereit ergebnisoffen abzuwägen.

Die geplante Ausweitung der IWL-Werkstätten widerspricht der Inklusion und der UN-Behindertenrechtskonvention. Der Sozialverband VdK schreibt: Aus Sicht des VdK sollten geschützte Werkstätten für Menschen mit Behinderungen nur eine Option für einen befristeten Zeitraum in ihrem Arbeitsleben darstellen. Perspektivisch ist die Inklusion in den ersten Arbeitsmarkt anzustreben.

Wenn ich abwägen soll, dann muss ich das Projekt bewerten und nun haben wir wieder Leute an den Rand der Ortschaft ausgelagert, wo sie für ein Taschengeld arbeiten. Aktuell prüft die UN wieder diese Praxis und es ist nicht absehbar, dass sie so wie sie läuft diesmal als konform angesehen wird.

Und nun muss ich mich fragen, ob ich einen Zustand, der nicht zufriedenstellend ist noch durch eine Erweiterung zementieren möchte.

Ich sehe, dass das Thema komplex ist, aber Anschuldigungen, wir würden den Menschen die dort arbeiten etwas missgönnen ist absurd. Noch absurder, wenn meinem geschätzen Kollegen Peter Unger vorgeworfen wird, er hätte hier keine Expertise und in Folge uns vorgeworfen wird, wir wüssten ja nicht, wie Menschen mit Behinderung das sehen, weil wir nicht betroffen seien,

Das ist mit Blick auf Peter ein Unding. Peter ist persönlich betroffen und befasst sich seit Jahrzehnten mit Inklusion. Hier geht es m.E. nur um ein Feigenblatt mit dem die fehlende Inklusion in unserer Gesellschaft verdeckt werden soll. Daran muss sich etwas ändern und darum stimme ich solchen Anträgen nicht zu.

Ergänzend hierzu ein Beitrag der bayerischen Staatszeitung zum Mindestlohn in Behindertenwerkstätten und ein Ausschnitt aus „Die Anstalt“

Zudem gibt es einen Artikel zur Diskussion im Kreistag im Münchener Merkur vom 31.03.2023.

Ich glaube, das Prinzip ist klar. Meistens geht es gar nicht um den Erhalt des LSG als Selbstzweck, ob wohl das auch ein guter Grund wäre. Ich lehne ab, weil es einfach keine Projekte sind, die ich unterstützen möchte und für die mir der ökologische Schaden zu hoch wäre.

Ich wurde am Montag fast ein bisschen kalt erwischt vom Anruf der Merkur-Redakteurin

Was sage ich zu dem Run auf Gas- und Ölheizungen, ausgelöst durch den Vorstoß aus dem Wirtschaftsministerium, ab 2024 nur noch Heizungen mit mindesten 65% Anteil an erneuerbaren Energien.

Ich denke, das größte Problem hierbei ist die Panikmache aus der konservativen Ecke. Hier wird den Leuten Angst gemacht und sie werden dazu getrieben, sich Gasheizungen zu kaufen ohne darüber nachzudenken, was das in Zukunft bedeuten kann.

Fachleute sind sich einig, dass die Gas- und Ölpreise nie wieder auf das Niveau vor dem Ukraine-Krieg zurückgehen werden. Was auch klar ist, ist dass es nicht ewig staatliche Ausgleiche für teures Gas geben wird.

Insofern fürchte ich, dass der Schnellschuss mit der Gasheizung den Leuten teuer zu stehen kommt.

Hier ist ein gutes Beispiel zu sehen, wie rücksichtslos hier Wahlkampf zu Lasten der Bürger*innen gemacht wird, wie gute Ideen von Robert Habeck sabotiert werden. Ohne Rücksicht auf Kollateralschäden.

Und da kann man die FDP nicht ausnehmen.

Das konnte ich hoffentlich so rüber bringen. Hier ist der Artikel

Ich bin so glücklich, in einem Rechtstaat zu leben.

Hier die PM der Grünen:

Unbeschwert in den Landtagswahlkampf

Als wäre eine aufregende und erfolgreiche Listenaufstellung für die Landtagswahl nicht genug, flatterte am Wochenende auch noch der lange erwartete Brief der Staatsanwaltschaft München I ins Haus Schulte-Krauss.

Es ist eineinhalb Jahre her, da wurde die Kraillinger Gemeinderätin und jetzige Direktkandidatin für den Landtag nach einer turbulenten Gemeinderatssitzung angezeigt. Das Thema war Windkraft in Bayern und es fanden sich einige Gegendemonstrant*innen zur Ratssitzung ein, die auch in der Sitzung lautstark ihre Meinung kundtaten und sogar filmten, sodass Bürgermeister Rudolph Haux eingreifen musste. Unter den Gegner*innen befanden sich neben Ingo Hahn, damals noch Fraktionssprecher der AFD im Landtag auch weitere AFD Persönlichkeiten.
Im Rahmen der Sitzung rügte Schulte-Krauss die Kommunikation der Verwaltung, die es „rechten Rattenfängern“ erst möglich gemacht hatte, die Bürger*innen ohne Not aufzustacheln. Denn eine zur Presse durchgestochene Machbarkeitsstudie ist noch lange keine Planung, so Schulte-Krauss.
Bereits am selben Abend erstattete Anja Haas Anzeige wegen Beleidigung gegen Schulte-Krauss, da sie sich persönlich beleidigt fühlte, wie sie in einer Pressemitteilung öffentlich bekundete.
Schulte-Krauss sieht das anders: „Zum einen wird uns Grünen regelmäßig die gendergerechte Sprache zum Vorwurf gemacht und gerade hier sollte ich es dann vergessen haben? Hätte ich spezielle Personen, hier Frau Haas ansprechen wollen, so hätte ich das auch getan und von „Rattenfänger*innen“ gesprochen. Zudem sagt es mehr über eine Person aus, was sie auf sich bezieht, als alles, was ich sagen könnte.“
Diese Meinung teilt auch die Staatsanwaltschaft, die das Verfahren nach §170 (2) StPO, die keinen Rechtsverstoß sieht.
„Letztendlich“, so Schulte-Krauss „ sollte ich hier diskreditiert werden und mir die Politik vergällt werden“ Doch so leicht macht sie es ihren Gegnern nicht.
Von der rechtlichen Option, ebenfalls Anzeige zu erstatten, sieht sie ab. „Die Gerichte haben genug zu tun“, weiß die langjährige Schöffin „ und man muss sich nicht auf solch ein Niveau begeben.“
Ebenfalls erfreut zeigen sich bei der Fraktionsvorsitzendenrunde die Gemeinderät*innen und der Bürgermeister. Sie hatten der Forderung Haas‘ nach Distanzierung von Schulte-Krauss und einer Rüge durch den Bürgermeister nicht nachgegeben und sehen sich nun bestätigt. Denn bei allen inhaltlichen Unterschieden lassen sich die Politiker*innen nicht durch unhaltbare Angriffe spalten. Ganz klar für alle ist, dass sie gemeinsam fest auf einer rechtstaatlichen Basis stehen.
„Diese Unterstützung aus dem Gremium, meinen Gemeinderats- und Kreistagsfraktionen und der Partei hat mich wirklich gefreut“, so Schulte-Krauss „denn schön ist es nicht, in der Zeitung zu lesen, dass man angezeigt wurde, auch wenn von Anfang an klar war, dass es haltlos ist und einen vor allem in ein schlechtes Licht rücken soll.“

Presseberichte hierzu:

Süddeutsche Zeitung
Hallo München hat auch aktualisiert

Nach verschiedenen Anfragen, ob man nicht die Rathausöffnungszeiten vom „Coronamodus“ in einen normalen Modus zurückführen könnte, tat sich leider wenig bis nichts.

Nun ist die Presse aufmerksam geworden und hat mich diesbezüglich befragt. Nun bin ich wohl unter all den bürgerlichen Störenfrieden die Größte :-)

Hier geht es zum Artikel: Der Bürger als Störenfried im Münchner Merkur vom 21.11.2022

 

Gendergerechte Sprache. Braucht’s denn des?

Klar ist, gendergerechte Sprache ist nicht unser Hauptproblem. Nicht weil es nicht wichtig ist, sondern weil wir durch Säumigkeit ganz andere, existenzielle, Probleme zusätzlich haben. Klimawandel zu Beispiel.

Aber das eine anzugehen bedeutet ja nicht, das andere liegen zu lassen.

Also habe ich zum Thema gendergerechter Sprache einen Antrag gestellt, als klar wurde, dass unser Bürgermeister am generischen Maskulin festhalten will. Mit dem vermeintlich smarten Schachzug, irgendwo mal die Präambel zu verstecken, dass Frauen ja immer mitgemeint sind.

Unser Antrag auf gendergerechte Sprache

Ich will aber nicht mitgemeint sein, ich will adressiert werden. Meine Abgaben will er ja auch, da bin ich ja auch nicht bei denen der Herren mitgemeint.

Und einen kleinen Artikel gab es daraufhin auch:

Münchner Merkur. 29. September 2021

 

 

Ich bin ja seit einigen Jahren bei der Gruppe derer dabei, die in Krailling Kröten über die Römerstrasse bei Gut Hüll helfen, damit sie zu ihre Laichgewässer kommen. Nun ist dieses Jahr die Strasse erneuert worden und man darf mit 70 km/h von Gilching nach Pentenried fahren und das wird gerne angenommen und mehr.

Dumm nur, wenn hinter der Kurve und in der Senke dann ein*e Krötenhelfer*in auf der Strasse steht und fraglich ob man dann noch rechtzeitig bremst.

Im Vorjahr konnte ich ein Blinklicht erwirken und hatte damit gerechnet, dass dies auch dieses Jahr klappt. Weit gefehlt und alle Interventionen prallten an der Gemeinde ab.

Bis sich das öffentliche Interesse (zufällig) regte. Hier die Berichte:

Merkur vom 02.04.22

Merkur vom 07.04.22 Erfolg der Bemühungen

Danke an die Presse und Rainer Munzert, der uns sehr unterstützt hat

Seit Jahren fordern wir Grünen auch im Gemeinderat Krailling eine Energiewende. Leider lange mit mäßigem Erfolg.

Nun soll es endlich weitergehen und sie Kommunikation der Gemeinde nach außen ist so mangelhaft, dass die Bürger*innen befürchten, Krailling plane eine ganzen Windpark, statt zwei Windräder mit Bürger*innen-Beteiligung, möglichst nahe der Autobahn und zum alleinigen Zweck, energieautark zu sein.

Die BI Gegenwind Würmtal erschien mit prominenter AFD-Unterstützung um Stimmungsmache von rechts zu betreiben, wie in der SZ  vom 20.05.2021 zu lesen ist.

Faktenorientierter als die BI schreibt die Süddeutsche über die geplanten Windräder an der Lindauer Autobahn

Darüber hinaus gab es auch Beschwerden über mich. Beim Bürgermeister und der Polizei. Der Bürgermeister sagte sofort, es gäbe nichts, was irgendwie sanktionsfähig sei, bei der Polizei dauert das noch an. Mal sehen, ob „rechte Rattenfänger“ wirklich justiziabel ist.

Hürden bei Planung von Windrädern in Krailing – massiver Widerstand vom „Gegenwind Würmtal“

Seit Jahren fordern wir Grünen auch im Gemeinderat Krailling eine Energiewende. Leider lange mit mäßigem Erfolg.

Nun soll es endlich weitergehen und sie Kommunikation der Gemeinde nach außen ist so mangelhaft, dass die Bürger*innen befürchten, Krailling plane eine ganzen Windpark, statt zwei Windräder mit Bürger*innen-Beteiligung, möglichst nahe der Autobahn und zum alleinigen Zweck, energieautark zu sein.

Die BI Gegenwind Würmtal erschien mit prominenter AFD-Unterstützung um Stimmungsmache von rechts zu betreiben, wie in der SZ  vom 20.05.2021 zu lesen ist.

Erstellt: 

Von: Romy Ebert-Adeikis

In: tz München

 

Die Studie eines Ingenieurbüros offenbart hohe Hürden für die Anlage von Windrädern im Wald zwischen Krailing und Gilching – schon jetzt formiert sich großer Widerstand.

Nach dem Wunsch von Bürgermeister Rudolph Haux (FDP) soll die Gemeinde Krailling mit Windkraft ihren Teil zum Klimaschutz leisten. Wie das realisiert werden könnte, hat ein Ingenieurbüro untersucht und in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgestellt. Das Ergebnis: Dass im Wald zwischen Krailling und Gilching irgendwann tatsächlich Windräder stehen, wird ein mühsames Unterfangen. Weil die Gemeinde dafür einige Verhandlungen führen muss. Und weil sich schon jetzt massiver Protest abzeichnet.

„Gegenwind Würmtal“ nennt sich die Gruppe, die vor der Sitzung lautstark gegen Windkraft mobil machte und fehlende Transparenz beklagte (siehe Kasten). Laut Jan Haas, der im Vorfeld andere Bürger mit Flyern auf das Thema aufmerksam gemacht hatte, gehören derzeit etwa 30 Personen zur Initiative. Der Pentenrieder hofft aber auf eine weitaus breitere Unterstützung. „Die Diskussion ist ja erst am Anfang.“

Genau aus dem Grund sei all die Aufregung gar nicht angebracht, beschwichtigte Haux mehrfach. „Jetzt klären wir erstmal, ob Windräder überhaupt möglich sind.“

Windkraft in Krailing: Höhe der Windräger mögliche Hürde – Bundeswehr und Flughafen müssten ihre Radarzonen erhöhen

Und das könnte Studienersteller Robert Sing zufolge durchaus schwierig werden: Grundsätzlich sei das Gebiet zwar gut für Windräder geeignet. Realistisch seien aber maximal vier mit einer Höhe von 188 bis 205 Meter. Damit die Anlagen wirtschaftlich arbeiten, müssten sie aber höher sein. Dafür wiederum müssten Bundeswehr und Sonderflughafen ihre Radarzonen erhöhen. „Das ist nicht aussichtslos, aber ein hartes K.o.-Kriterium“, erklärte Sing dem Gremium.

Das fasste an dem Abend keinen Beschluss. „Wir sind beim ersten Schritt“, so Haux. Für alle weitere sagte der Rathauschef einen „transparenten und demokratischen Prozess“ zu – bis hin zu einem Ratsbegehren. Die Kritiker sind davon nicht überzeugt, zumal jüngst ein Bürgerentscheid in Ebersberg pro Windkraft ausging. „Der Text war manipulativ verfasst“, sagt Windrad-Gegnerin Ulrike Hennig. „Wir sind eher für eine Ideenwerkstatt, in der wir uns aktiv einbringen können“, sagt Haas.

Manche Gemeinderäte wittern darin eine gezielte Aktion. So hatte Andrea Schulte-Krauss (Grüne) in der Sitzung von „rechten Rattenfängern, die Bürger aufwiegeln“ gesprochen. Gegen diesen Ausdruck hat die Familie Haas inzwischen Anzeige erstattet und eine Rüge des Bürgermeisters gefordert. „So etwas gibt es gar nicht und es wäre auch nicht sanktionierfähig“, teilt die Gemeinde mit.

 

In: Merkur.de

Krailling – Ein weiterer Baum fällt der Umgestaltung der Kraillinger Ortsmitte zum Opfer. Die Entscheidung wurde schnell und leise getroffen. Der Unmut regt sich umso lauter.

Der weiteren Umgestaltung der Kraillinger Ortsmitte steht eine Esche im Weg. Der Paulhanplatz in Krailling soll groß werden, einen Weg soll es auch geben, und die Wurzeln des Baumes spielen nicht mit. Die geplanten Baumaßnahmen werde der Baum nicht überleben, meinen Experten. Deshalb hat der Gemeinderat am Dienstag in einer Sondersitzung mehrheitlich beschlossen, den langsamen Tod der Esche zu vermeiden, indem sie gleich gefällt wird. Kommenden Dienstag soll es so weit sein. Jetzt regt sich Unmut in der Gemeinde.

Wie die Mehrheit der Grünen-Fraktion, stimmte Gemeinderätin Andrea Schulte-Krauss gegen die Fällung. „Wir sehen keinen Grund, einen gesunden Baum zu fällen“, sagt sie empört. „Immer, wenn es schnell gehen muss, wird gefällt. Das ist nicht zeitgemäß.“ Ihr Co-Vorstand bei den Grünen, Dawid Kowala, ist gemeinsam mit anderen bereit zum Sitzstreik, verbrachte den Donnerstagvormittag im Schatten des Baumes und tauschte sich mit Anwohnern aus: „Die waren nicht so begeistert, dass der Baum gefällt werden soll“, sagt er.

Am Donnerstagabend stellten die Grünen gemeinsam mit dem Bund Naturschutz einen Eilantrag: Sie möchten, dass die Möglichkeiten des Erhalts nochmals öffentlich erörtert werden und dann beschlossen wird. Denn Schulte-Krauss stellt infrage, dass bei der jüngsten öffentlichen Sitzung die Öffentlichkeit hergestellt war. Die Sondersitzung vom vergangenen Dienstag sei erst Freitagabend einberufen worden. Sie sei weder im Internet noch in den Schaukästen angekündigt worden. Auch der Münchner Merkur wurde nicht davon in Kenntnis gesetzt.

Schulte-Krauss ärgert, dass die Esche nicht der erste Baum sein wird, der der Umgestaltung der Ortsmitte trotz anderslautender Planung zum Opfer fällt. Drei Bäume, die umgesetzt hätten werden sollen, seien gefällt und entsorgt worden, „um 4000 Euro zu sparen“. Jetzt werde wieder eine „schnelle, schmutzige Lösung“ bevorzugt. „Das kann es nicht sein.“ Der Fehler liege in der Planung, dann müsse eben umgeplant werden.

Bauamtsleiter Sebastian Beel sagte auf Merkur-Anfrage, „man hätte massiv umplanen müssen“, um die Wurzeln des Baumes zu schonen, der Platz wäre kleiner geworden und der Weg weggefallen. Die Planer hätten sich bemüht, den Baum zu erhalten. „Wir haben mit großem Aufwand die Wurzeln freilegen lassen.“ Dabei habe sich herausgestellt: „Der Baum hat keine Überlebenschance“ – sollte gebaut werden, wie geplant; die Wurzeln lägen nicht tief genug. Da die Planungen vor seiner Zeit als Bauamtsleiter begannen, sagt er: „Ich weiß auch nicht, warum man da drüber geplant hat.“

 

Erstellt: 

Von: Victoria Strachwitz